Erneuerbare-Energien-Branche in der MENA-Region floriert; Solarthermie auf dem Vormarsch

Die internationale Agentur für erneuerbare Energien (IRENA), das Erneuerbare-Energien-Netzwerk REN21 und die Regierung der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) haben einen Bericht über den Entwicklungsstand der Erneuerbaren in der MENA-Region (Mittlerer Osten und Nordafrika) veröffentlicht.

Laut „MENA Renewables Status Report” stiegen die Investitionen der Region in erneuerbare Energien 2012 um 40% auf über 2,9 Milliarden US-Dollar (2,2 Milliarden Euro). Von 2008 bis 2011 wuchs die Stromerzeugung aus Photovoltaik-Anlagen um 112%, viele MENA-Länder hätten jedoch auch solarthermische (CSP-) Kraftwerke errichtet.
„Der Statusbericht gibt ganz neue Einblicke in die MENA-Region, in der sich die erneuerbaren Energien hervorragend entwickeln“, sagte der Vorsitzende von REN21, Arthouros Zervos. „Allein in den letzten beiden Jahren hat sich die Branche von einem Nischendasein zu einem regionalen Phänomen entwickelt und Investitionen von fast 3 Milliarden US-Dollar angezogen.“

Größtes solarthermisches Kraftwerk der Welt in Abu Dhabi
In den letzten Jahren gingen solarthermische Kraftwerke in Algerien, Ägypten, Iran, Marokko und den VAE in Betrieb. Die meisten davon sind Teil einer Erdgas-Hybridanlage, es gibt aber auch Ausnahmen wie das größte solarthermische Kraftwerk der Welt, Shams 1 mit 100 MW, in Abu Dhabi.
Außerdem begann ein Konsortium unter Leitung von ACWA Power kürzlich mit dem Bau eines Solarthermie-Kraftwerks mit 160 MW in Ouarzazate (Marokko). Der Zubau an solarthermischen und Photovoltaik-Kraftwerken erfolge schneller als die Entwicklung anderer Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien, heißt es in dem Bericht. Dieser Trend werde weiter anhalten.

Neun Millionen Quadratmeter Solarwärme-Kollektoren installiert

Die Kollektorfläche von Solarthermie-Anlagen zur Warmwasserbereitung hat in der Region die Neun-Millionen-Quadratmeter-Marke erreicht. Das entspricht einer installierten Leistung von 6,3 Gigawatt. Nach Angaben von IRENA und der VAE liegen hier Erdöl importierende Länder wie Tunesien und Marokko vorne, die erfolgreiche Förderprogramme haben.

106 Erneuerbare-Energien-Projekte mit 7,5 GW in der Entwicklung
Der Bericht identifiziert 106 Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien mit insgesamt mehr als 7,5 GW, die derzeit in der MENA-Region entwickelt werden. Damit könnte die installierte Leistung zur Nutzung der erneuerbaren Energien (ohne Wasserkraftwerke) in den nächsten Jahren um 450% steigen.

Alle 21 Staaten der MENA-Region haben inzwischen ihre Ausbauziele politisch festgelegt. 2007 waren es noch fünf. Mindestens 19 Staaten haben spezielle Technologieziele formuliert, und in 18 MENA-Staaten gibt es mindestens eine konkrete Fördermaßnahme wie eine Einspeisevergütung, Net Metering, Steuervergünstigungen oder öffentliche Fördermittel.
Außerdem haben mehrere Länder Förderprogramme für die heimische Produktion und Innovation entwickelt, insbesondere fürr Solar- und Windenergie.

06.06.2013 | Quelle: REN21 | solarserver.de © EEM Energy & Environment Media GmbH

Schließen