Rettung im Offshore-Windpark vor Helgoland geübt

Medizinischer Notfall in einem Windpark auf hoher See: Um darauf bestmöglich vorbereitet zu sein, hat RWE das Offshore-Rettungskonzept einem Praxistest unterzogen. Für die Rettung verletzter Techniker hat der Energiekonzern in einer sechsstündigen Rettungsübung im Offshore-Windpark Nordsee Ost verschiedene Szenarien unter Realbedingungen nachgestellt. Dafür hat man den Betrieb im Windpark vorübergehend eingestellt. Die Übung hat RWE zusammen mit der Gesellschaft für maritimes Notfallmanagement (GMN) geplant. Zum Einsatz kamen ein Rettungshelikopter und Notfallmediziner.
„Im Ernstfall sind wir als Betreiber für die Rettung in unseren Offshore-Windparks selbst verantwortlich. Unsere Sicherheitsstandards sind entsprechend hoch, unsere Teams kennen die Notfallpläne in- und auswendig. Aber wie gut ein Plan ist, zeigt sich erst in der Praxis“, sagt Thomas Michel, COO RWE Offshore Wind. „Deshalb testen wir unsere Rettungskonzepte unter Realbedingungen.”
Szenarien für Rettung im Offshore-Windpark
Notfallszenario 1: Verletzter Techniker in Windkraftanlage
Ein verletzter Techniker befindet sich in einer Windkraftanlage. Seine Kollegen, die alle als erweiterte Ersthelfer ausgebildet sind, stabilisieren ihn und setzen einen Notruf an das RWE-eigene marine Koordinationszentrum ab, das Hilfe bei der Gesellschaft für maritimes Notfallmanagement anfordert. Diese beauftragt den Rettungshelikopter, der innerhalb von 30 Minuten von St. Peter Ording mit zwei Höhenrettern und einem Notarzt zur Windkraftanlage in den Windpark fliegt. Die Retter seilen sich auf die Windkraftanlage ab und begeben sich zu der verletzten Person. Diese befindet sich im unteren Teil der Anlage, dem so genannten Transition Piece, wo der Verletzte verarztet wird. Nun erfolgt die Rettung per Seilwinde direkt in dem neben der Anlage schwebenden Heli, der den Verletzten unter Begleitung des Arztes ins nächstgelegene Krankenhaus fliegt.
Notfallszenario 2: Verletzter Techniker auf Service-Schiff
Dieses Szenario spielt sich auf dem Service-Schiff von Olympic ab, das man bei der Wartung von Windkraftanlagen nutzt. Es befindet sich eine verletzte Person an Bord, die der Notfallmediziner im Behandlungszimmer erstversorgt. Telemedizin ermöglicht weitere Unterstützung durch Fachpersonal digital, auch eine Ferndiagnose kann man so stellen. Dann seilt man den Patienten mithilfe des Rettungshelikopters und der Besatzung vom Schiff ab und fliegt ihn ins Krankenhaus.
Quelle: RWE | solarserver.de © Solarthemen Media GmbH